So kann es gehen

Martha von Bronewski war Berufsreiterin auf internationalem Niveau. Die Malerei war immer schon da, nur die Zeit nicht. Ein Leben im Sport lässt wenig Raum für das, was nebenher wartet.

Was sie in der Reiterei sah, ließ sie nicht los. Nicht die Reglementierung des internationalen Sports. Nicht die herzzerreißenden Momente, die sich häufen, wenn man genau hinschaut. Vor allem aber nicht das, was die meisten nicht sehen: die Seelen der Pferde. Tiere, die in Systeme gezwungen werden, in die sie nicht gehören. Die schweigen, weil sie keine andere Wahl haben.

Die Erkenntnis wuchs über Jahre. Dann war sie nicht mehr zu ignorieren. Mit Anfang dreißig endete die Reiterei. Die Malerei begann.

Als autodidaktische Künstlerin wählte sie die Leinwand als Medium ihrer Wahl, um ihre künstlerischen Visionen im umzusetzen.

 

Ihre Werke entstehen aus natürlichen Materialien: Kalk, Erdpigmenten, Harzen, Wachsen, Eitempera. Schichten werden aufgetragen und wieder abgetragen, bis das Bild freigibt, was darunter wartet. Das Gemälde entscheidet mit. 

Auf Großleinwand entfalten die Werke ihre volle Wirkung. Somit schafft Sie das, was ein Bild nicht zeigen, aber spürbar machen kann. Kunst, die nur gesehen wird, hat ihren Zweck verfehlt.

Martha nimmt keine Abkürzungen, um das Leben zu verstehen, und loszulassen, was uns die Erfahrung gelehrt hat. Das Außergewöhnliche ist nicht reglementiert, es sind meist die Verletzlichen, die Kunst schaffen, weil sie nicht aufgehört haben, die Wahrheit ernst zu nehmen.

Ihre Kunst ist ein Canon der Veränderung, der Geduld verlangt, von ihr selbst und vom Betrachter.

und das ist Gut so